Beim Schmied wird der Radreifen zugerichtet und augezogen.
Der Schmied mißt zuerst den Umfang des Rades, indem er ihn auf einem am Boden liegenden Reifenprofileisen abrollen lässt. Das Eisen wird dann auf den Amboß gelegt. Mit dem Zollstock mißt der Schmied nun einige Zentimeter ab, um die das Eiesen kürzer werden soll, als der Radumfang beträgt. Dieses ist notwendig, damit der erwärmte und ausgedehnte Radreifen beim Aufziehen stramm auf die Felge paßt und sich beim abkühlen fest um die Felge schließen kann. Nach diesem zweiten Kreidestrich wird das Profileisen mit einem Verhauhammer und dem Vorschlaghammer abgeschlagen.
Damit der Reifen vollständig eben und kreisförmig wird, richtet der Schmied den Radreifen nach Augenmaß ab. Dann wird das eine Ende des Eisens im Feuer erhitzt. Nachdem es weißglühend geworden ist, legt der Schmied es auf den Amboß. Hier werden die beiden Enden zuerst etwas angestaucht, d.h. in der Richtung der Schläge zusammengedrückt, dann abgeschrägt und zuletzt etwas
rundgebogen.
Diese Rundung entspricht der Felge des Rades. Dann wird das Eisen in der Reifenbiegemaschine (siehe Bild) gebogen. Nachdem das ganze Eisen die Maschine durchlaufen hat, wird der offene Eisenring seitlich herausgenommen.
Nun werden die beiden Enden wieder erhitzt um sie zu verschweißen. Dies geschieht durch Hammerschläge auf dem Amboß. Mit einem besonderen Hammer, der eine Rinne von der Stärke des Reifens aufweist, wird die Kante der Schweißstelle ausgegelichen.
Damit ist der Reifen fertig zum Aufziehen auf das Rad.
Der gesamte Radreifen wird nun nach und nach erhitzt. Dann wird er mit mehreren Zangen zum Rad getragen (siehe Bild). Dann wird der Reifen mit Hilfe von Klammerhaken und langen Hebebäumen fest auf das Rad gedrückt. Durch Hin- und Herrollen in einer Wasserrinne wird der Reifen dann vollständig abgekühlt. Das Eisen zieht sich nun wieder zusammen und preßt den Radreifen fest um das Wagenrad. Um die Sicherheit noch zu erhöhen schlägt der Schmied eiserne Reifennägel durch den Radreifen in das Rad.
Zusätzlich versieht der Schmied noch die Nabe mit Eisenringen, die diese und die Achse vor Beschädigungen schützen sollen (siehe Bild).
Weiterlesen bei 4.6 Einsetzen der Buchse >>>