Mit dem Stechzirkel reiißt der Stellmacher den Nabenumfang
(der sich nach der Größe des herzustellenden Rades richtet) an
und enfernt mit dem Beil die Rinde. Schließlich schlägt er die Kanten
ringsherum ab, und zwar auf der späteren Außen- und Vorderseite
mehr als auf der Innenseite (siehe Bild).
Die weitere Bearbeitung erfolgt an der Drehbank (siehe Bild). Die Nabe wird eingespannt.
Mit einem Hammer schlägt der Stellmacher die Nabe auf den Mitnehmerzapfen der Drehbank und legt das andere Ende der Nabe mit dem "Reitnagel" genannten, verstellbaren Stab fest.
Nun wird die Rohnabe in Umdrehung versetzt. Mit Hilfe von mit der Hand geführten Dreheisen verschiedener Breite und Form wird die Oberfläche der Nabe bearbeitet.
Nun entnimmt der Stellmacher einer Schablone mit dem Stechzirkel die Stärke der Speichen und ritzt dieses Maß auf der Nabe ein. Mit der scharfen Kante eines Stechbeitels vertieft er diese Ringe noch etwas. Zum Schluß wird die Oberfläche der Nabe mit Sandpapier abgeschliffen.
Damit ist die Arbeit an der Drehbank beendet.
Die Nabe wird nun in die Hobelbank (siehe Bild) eingespannt und auf die richtige Länge geschnitten. Der Stellmachere trägt nun mit dem Stechzirkel den Abstand der Mitten der Speichenlöcher voneinander auf der mit der Vorderseite auf der Bank stehenden Nabe ein. Er führt diese Einteilung nur auf dem einen der beiden auf der Drehbank eingeschnittenen Ringe durch.
Er überträgt sie dann mit Bleistift und einem auf die Bank gestellten Winkel auf den anderen. Dadurch erreicht er, dass die Speichenlöcher in der Nabe genau mit der Richtung der Längsachse übereinstimmen.
Die so vorgezeichneten Löcher sollen ausgestemmt werden. Er erleichtert sich diese Arbeit dadurch, dass man einen großen Teil des zu entfernenden Holzes vor dem Stemmen mit dem Bohrer herausholt. Die Nabe ist zu diesem Zweck in der Bohrbank (siehe Bild), durch ein Beil festgelegt, das durch das Gewicht des Vorschlaghammers gespannt ist.
Diese Befestigungsart ermöglicht eine leichte Drehung der Nabe um ihre Längsachse.
Nachdem die Speichenlöcher ausgebohrt sind, spannt der Stellmacher die Nabe fest in die Hobelbank ein und stemmt die rechteckigen Löcher für die Speichen, mit Stechbeiteln verschiedener Breite, sauber ein. Die Kanten der Löcher schrägt er sorgfältig ab, um die Einführung der Speichen in die Nabe zu erleichtern und eventuelle Absplitterungen zu vermeiden.
Das ist besonders notwendig, da die Zapfen der Speichen wegen des festen Sitzes bis zu 2 mm stärker sind,
als die Löcher in der Nabe weit sind.
Die Vorderkante eines jeden Rades ist etwas nach vorn "gestürzt", die Hinterkante dagegen lotrecht gebohrt. Dadurch entsteht der "Sturz" des Rades. Hierunter versteht man das Nachvornstehen der Speichen. Der "Sturz" gibt dem ganzen Rad infolge seiner Wölbung eine bedeutende Widerstandskraft gegen seitlichen Stoß und Druck (Vergleich: Staumauer).
Zum Schluß werden beim Schmied die Nabenringe aufgezogen. Hierdurch erhält die Nabe eine genügende Festigkeit,
um beim eintreiben der Speichen nicht auseinanderzuplatzen.
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