Der Stellmacher bockt das nun bereifte Rad auf, indem er drei dicke Äste von unten zwischen die Speichen hindurch auf die Nabe legt. Die Vorderseite des Rades zeigt jetzt nach unten. Er steigt mit einem großen Buchsenbohrer (siehe Bild) auf das so standfest gemachte Rad. An das Heft des Bohrers wird noch mit einem Ring ein Ast zur Verlängerung des Hebelarmes angelegt, mit dessen Hilfe eine weitere Person, um das Rad herum gehend, den Bohrer dreht, während dem auf dem Rad stehenden Stellmacher die Führung des Bohrers obliegt.
Dieser Vorgang dient aufgrund der Kraftaufwendung und der Symbolkraft häufig als Darstellung des Stellmacherhandwerks in der Kunst (siehe ebenfalls Bild). Wenn die Bohrung ihre richtige Größe erreicht hat steigt der Stellmacher wieder herunter und stemmt mit einem Geißfuß noch Rinnen für die Federn der Buchse heraus. Dies sind seitlich vorspringende Leisten auf dem Umfang der Buchse, die dieser einen festen Halt in der Nabe geben.
Dann wird die Buchse mit dem Vorschlaghammer in die Nabe eingetrieben.
Jetzt ist das Wagenrad komplettiert.
Der Stellmacher steckt es auf die Hinterachse eines Wagens und prüft den Lauf
des Rades durch einige Probeumdrehungen mit der Hand.